Interview mit Anna Maynert (Vamily)

Dieses Interview ist Teil der Serie: “Kompliziert, ungesund, teuer: Was kann die vegane Ernährung wirklich?”

Die Wünsche und Erwartungen an unsere Mahlzeiten sind vielfältig: Schnell, lecker, gesund, möglichst natürlich und am Besten noch bezahlbar soll unser Essen sein.

Kann eine Ernährung ohne Tierprodukte dem gerecht werden?

Ich habe mir auf der VeggieWorld in Düsseldorf sieben Experten geschnappt, die es wissen müssen. Karteikarten mit 10 Satzanfängen dienten als Vorlage.

Dabei rausgekommen sind interessante Statements über Verzicht und Vielfalt, über den Preis und den Wert unserer Nahrung, gesunde Kinderernährung und darüber, was sie tun, wenn es mal nicht schmeckt.

So ist diese hilfreiche Interview-Serie entstanden, in der du erfährst, wie sich die Erwartungen an unser Essen auch rein pflanzlich erfüllen lassen.

Und wo du die besten Informationen findest, um eure Ernährung auf den Kopf zu stellen.

Du befindest dich hier:

  1. Kompliziert, ungesund, teuer: Was kann die vegane Ernährung wirklich?
  2. Interview mit Niko Rittenau, studierter Ernährungsberater, Koch und Autor
  3. Interview mit Björn Moschinski, veganer Spitzenkoch und Kochbuchautor
  4. Interview mit Anna Maynert, dreifache Mama einer Patchfoodfamilie, Ökotrophologin
  5. Interview mit Ariane von ProVeg: Eine international führende Ernährungsorganisation
  6. Interview mit Fee von ecodemy: Deine Fachfernschule für Ernährung und Gesundheit
  7. Interview mit Gordon und Aljoscha, den Broscholie-Experten von Vegan ist ungesund

Interview mit Anna Maynert, dreifache Mama einer Patchfoodfamilie, Ökotrophologin

Wer ist Anna Maynert?

“Ich bin Mutter von drei Kindern und lebe seit 2012 vegan. (…)

Pflanzliche Ernährung macht mich glücklich. (…)

Da alle in unserer Familie irgendwie andere Essensvorlieben haben (von Vegan über Vegetarisch bis hin zum Omnivoren), möchte ich hier auch einen Fokus auf diese durchaus herausfordernde Lebensweise legen: Wie kann ich den Familienalltag und das Essen liebevoll gestalten, auch wenn alle anders essen.” (www.vamily.de)

Im Oktober wird ein richtig gutes Buch von Carmen Hercegfi und Anna Maynert erscheinen:

Vegan für unsere Sprösslinge: Ratgeber & Kochbuch rund um die gesunde vegane Kinderernährung

 

 

 

Das Interview: 10 Statements von Anna Maynert

Ich bin Anna Maynert, dreifache Mama.
Selbst vegan, aber in einer Patch-Food-Familie, wie ich’s immer nenne: Zwei vegetarische Kinder, ein omnivores Kind, ein omnivorer Mann, der immer pflanzlicher wird in der Ernährung.
Ernährungswissenschaftlerin und arbeite als Ernährungs-Coach mit der Spezifikation auf Familien und vegane Familien. Aber auch im Sportler- Bereich. Und eben leidenschaftliche Yoga-Lehrerin und Bloggerin.

Wenn man über den Tellerrand schaut, sieht man den Tisch. :-))
Ich habe ja gerade den wundervollen Vortrag von Lars Walter gehört.
Wenn ich dann über meinen Tellerrand schaue, sehe ich eine Welt, die dringend Bedarf hat an vielen Menschen, die sich dafür einsetzen, dass die Erde erhalten bleibt.
Es geht darum, dass wir Verantwortung für unser Verhalten, für unser Essverhalten im ersten Schritt, aber auch das Verhalten, das eben über den Teller hinaus geht, übernehmen.
Und dass wir alles tun, was wir tun können. Also auch Essen sharen, Food- Sharing machen oder auch Essen retten. Dass wir unser Auto, unsere Maschinen, die wir im Haushalt haben, miteinander teilen. Dass nicht jeder immer alles neu kaufen muss.
Dass wir auf allen Ebenen mehr Verantwortung übernehmen.

Auf Tierprodukte zu verzichten bedeutet für mich ein friedvolles Leben. Ja, einfach ganz viel Leid vermeiden.

Als Veganer isst man nur noch Gras. 🙂

Wenn ich etwas Veganes probiere und das schmeckt nicht, esse ich es meistens nicht auf. Also auf der VeggieWorld, wo wir ja jetzt gerade sind, gibt es schon das ein oder andere Produkt, was nicht immer gerade schmeckt. Und dann bin ich dankbar, dass ich’s nicht gekauft habe und es dann auch wirklich nur probiert habe.

Es gibt leider immer viele Dinge, die im neuen „food sector vegan“ nicht schmecken und unheimlich viele Inhaltsstoffe haben, die der Gesundheit nicht zuträglich sind.
Deshalb empfehle ich einfach immer: So natürlich und wenig verarbeitet wie möglich. Das schmeckt eigentlich immer.

Mein Lieblingsessen ist zur Zeit, denn das wechselt schon mal, Vollkornbrot mit Erdnuss-Crunchy-Aufstrich, Banane und Zimt.

Vegane Ernährung wird teuer, wenn man nur im Bioladen einkauft. Wenn man Überseeprodukte kauft, die vegan sind. Und wenn man 1.000 verschiedene Nussmuse im Schrank hat. 😉

Die DGE empfiehlt eine vegane Kinderernährung (noch) nicht, weil sie ein bürokratisches Unternehmen ist und für alles etwas länger braucht. Aber auch, weil sie einfach auf Nummer sicher gehen möchte und nicht zu früh Entwarnung geben mag. Damit einfach die veganen Eltern sich wirklich informieren und nicht sagen: „Ja, vegan, die DGE empfiehlt das ja und ich kann meinem Kind jetzt geben, was ich will.“

Es geht einfach darum, in der veganen Kinderernährung wirklich hinzuschauen. Dass man nährstoffdichte Lebensmittel gibt und nicht einfach, was sie gerade so essen wollen. Sondern, dass man wirklich auf eine ausgewogene vollwertige Ernährung achtet.

Kinder bekommen alle Nährstoffe, die sie brauchen, wenn sie sich nach den fünf Grundzügen der Vollwerternährung ernähren. Und das sind:

  • regelmäßig Vollkorngetreide(produkte)
  • Hülsenfrüchte mindestens 3-5 Mal / Woche
  • Obst
  • Gemüse
  • Nüsse, Kerne (das ist ganz wichtig, sollte immer Standard sein)

und dann natürlich auch immer Omega 3, am besten angereichertes Öl, also Leinöl mit DHA und EPA angereichert, oder aber einfach Leinöl, Hanföl oder dementsprechend viel Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen im Essen.

Mit diesem Trick essen Kinder mehr Gemüse: Alles in die Tomatensauce hineinpürieren. :-)) Und vor allem mit einem guten Vorbild einfach! Das ist immer das A und O. Wenn die Eltern Gemüse essen und da wirklich offen für alles sind, dann gehen die Kinder in der Regel mit.

Familien, die ihre Ernährung nun auf den Kopf stellen wollen, finden die besten Infos natürlich auf Vamily aber auch auf deinem Blog, familypower. Und die Kollegin muss ich natürlich auch noch nennen: Carmen Herzegfi, VEGANE FAMILIEN.

Dankeschön, Anna, für deine Statements mit so vielen wissenswerten Details!

Hier findest du Anna Maynert online:

www.vamily.de
Anna auf Facebook
Anna auf Instagram
Anna auf Youtube

Besonders weiterempfehlen kann ich auch noch Annas wunderbaren Podcast. Ihr findet dort Themen, wie die veganen Basics, kritische Nährstoffe, Kinderernährung, Geburt, Stillzeit und Beikost, Essstörungen und viele interessante Interviews. Unter anderem auch mit mir. 😉

#065 – Interview mit 4-fach vegan-Mama Debora Cramer (Teil 1)

 

Dein nächster Schritt

Ich schlage vor, du genießt eine Woche lang leckere, vegane Müslikreationen von Anna Maynert.

 

Alle Interviews dieser Serie

  1. Kompliziert, ungesund, teuer: Was kann die vegane Ernährung wirklich?
  2. Interview mit Niko Rittenau, studierter Ernährungsberater, Koch und Autor
  3. Interview mit Björn Moschinski, veganer Spitzenkoch und Kochbuchautor
  4. Interview mit Anna Maynert, dreifache Mama einer Patchfoodfamilie, Ökotrophologin
  5. Interview mit Ariane von ProVeg: Eine international führende Ernährungsorganisation
  6. Interview mit Fee von ecodemy: Deine Fachfernschule für Ernährung und Gesundheit
  7. Interview mit Gordon und Aljoscha, den Broscholie-Experten von Vegan ist ungesund

 

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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Danke für das sympathische Interview. Liest sich gut! Kinder auch vegan zu ernähren, wenn es denn vollwertig ist, sollte immer Entscheidung der Eltern sein. Wichtig ist mir aber, dass das Kind später selbst überlegen kann, ob es sich weiterhin vegan ernähren möchte oder nicht. Über die Vorteile und Gründe kann gesprochen werden, einen Zwang darf es aber nicht geben. Ich halte das hier wie mit der Religion. Ob das Kind später gerne in die Kirche geht oder an Gott glaubt, ist seine eigene freie Entscheidung.

    1. Hallo Viola, ja, stimmt. Es sind ja alles unsere Erfahrungen, Ansichten und Werte, die wir weiter geben. Die wir als Eltern vorleben. Wie in jedem anderen Bereich auch. In der Hoffnung, unsere Kids positiv zu prägen, damit sie selber gute Entscheidungen treffen, wenn wir nicht neben ihnen stehen. Das fängt ja eigentlich jetzt schon an.

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