Interview mit Isabel Bernhauser (ecodemy)

Dieses Interview ist Teil der Serie: “Kompliziert, ungesund, teuer: Was kann die vegane Ernährung wirklich?”

Die Wünsche und Erwartungen an unsere Mahlzeiten sind vielfältig: Schnell, lecker, gesund, möglichst natürlich und am Besten noch bezahlbar soll unser Essen sein.

Kann eine Ernährung ohne Tierprodukte dem gerecht werden?

Ich habe mir auf der VeggieWorld in Düsseldorf sieben Experten geschnappt, die es wissen müssen. Karteikarten mit 10 Satzanfängen dienten als Vorlage.

Dabei rausgekommen sind interessante Statements über Verzicht und Vielfalt, über den Preis und den Wert unserer Nahrung, gesunde Kinderernährung und darüber, was sie tun, wenn es mal nicht schmeckt.

So ist diese hilfreiche Interview-Serie entstanden, in der du erfährst, wie sich die Erwartungen an unser Essen auch rein pflanzlich erfüllen lassen.

Und wo du die besten Informationen findest, um eure Ernährung auf den Kopf zu stellen.

Du befindest dich hier:

  1. Kompliziert, ungesund, teuer: Was kann die vegane Ernährung wirklich?
  2. Interview mit Niko Rittenau, studierter Ernährungsberater, Koch und Autor
  3. Interview mit Björn Moschinski, veganer Spitzenkoch und Kochbuchautor
  4. Interview mit Anna Maynert, dreifache Mama einer Patchfoodfamilie, Ökotrophologin
  5. Interview mit Ariane von ProVeg: Eine international führende Ernährungsorganisation
  6. Interview mit Isabel von ecodemy: Deine Fachfernschule für Ernährung und Gesundheit
  7. Interview mit Gordon und Aljoscha, den Broscholie-Experten von Vegan ist ungesund

Interview mit Isabel Bernhauser von ecodemy: Deine Fachfernschule für Ernährung und Gesundheit

“Als Pioniere im Bereich der Veganen Ernährungsberatung wollen wir nicht nur die dringend benötigten Fachkräfte ausbilden, sondern auch jeden Veganer oder vegan-interessierten Menschen in die Lage versetzen, sich unabhängig im Dschungel von Mythen und Fakten der veganen Ernährung zurecht zu finden. Wir sind das Bindeglied zwischen aktueller Wissenschaft und gelebter Praxis. (…)

Wir möchten die Welt ein weniger besser hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben. Gemeinsam mit unserem Team, Studenten und Partnern setzen wir uns bewusst, mitfühlend und der Wissenschaft verpflichtet für unsere Umwelt, Mitmenschen und Mitgeschöpfe ein.” (www.ecodemy.de)

Das Interview: 10 Statements von Isabel Bernhauser

Ich bin Ernährungswissenschaftlerin und Mitbegründerin der Fachfernschule ecodemy.
Unsere Gründung fand 2016 statt und im darauffolgenden Jahr sind wir mit unserer ersten großen Ausbildung „Vegane/r Ernährungsberater/in“ im staatlich geprüften und zugelassenen Fernstudium online gegangen.
Ich bin hauptsächlich im Fachsupport tätig, in dem ich unsere Studierenden bei Fachfragen rund um unsere Aus- und Fachfortbildungen betreue. Darüber hinaus korrigiere ich die Prüfungen der Studierenden, entwickle zusammen mit unserer Köchin Erika die Rezepte für unser Magazin und war als Hauptautorin unserer Fachfortbildung „Vegane Ernährung für Mutter und Kind“ tätig.

Wenn man über den Tellerrand schaut, dann wird die Welt bunter und es öffnen sich unendlich viele neue Türen. Offen gegenüber Neuem zu sein ist ein für mich persönlich wichtiges Lebensmotto, denn nur dadurch kann ich wachsen und mich weiterentwickeln.
Beispielsweise ist für mich der Schritt zur veganen Ernährung gleichzeitig mit vielen anderen Aspekten einhergegangen, einem zunehmenden Bewusstsein für mich als Individuum sowie meiner Beziehung zu anderen Lebewesen.

Auf Tierprodukte zu verzichten bedeutet für mich mehr Verbundenheit mit anderen Lebewesen, mit der Natur und dem Planeten.

Als Veganer isst man nur noch Möhrchen und Salatblätter? So zumindest das Klischee, wenn man sich noch nie mit veganer Ernährung auseinandergesetzt hat.

Wenn ich etwas Veganes probiere und das schmeckt nicht, probiere ich es meistens erneut in einem anderen Kontext oder anders zubereitet. Sofern es mir dann wieder nicht schmeckt, esse ich es einfach nicht. In der pflanzlichen Ernährung gibt es so eine breite Vielfalt an Nahrungsmitteln und Sorten von bestimmten Lebensmitteln, wie Obst und Gemüse, dass es einem selbst bei einer Abneigung gegenüber manchen pflanzlichen Lebensmitteln an nichts mangelt.

Mein Lieblingsessen ist Rohkost, vor allem Früchte. Ich liebe es frisch und simpel. Smoothies, Smoothie bowls, bunte Salate mit leckeren Dressings, Säfte oder eben das vollwertige Obst!

Vegane Ernährung wird teuer, wenn man vermehrt auf verarbeitete bzw. Fertigprodukte zurückgreift und/oder sich nur oberflächlich damit auseinandersetzt.
Am Anfang probiert man natürlich viele Sachen aus. Nach sechs Jahren vegan besteht meine Ernährung heute fast vollständig aus vollwertigen Lebensmitteln, basierend auf Obst und Gemüse. Ich kaufe gern und überwiegend frisch auf dem Markt ein. Verarbeitete Lebensmittel sind quasi nur das gelegentliche „Add-on“.
Insgesamt gebe ich verhältnismäßig viel Geld für Lebensmittel aus. Allerdings stellt sich hier die Frage, welche Priorität man seiner täglichen Ernährung (und Gesundheit) verleiht. In meinem Leben hat dies eine recht hohe Priorität, weshalb mir meine Ausgaben für Lebensmittel nicht als „teuer“ erscheinen und es mir die Kosten in jedem Fall wert sind.

Die DGE empfiehlt eine vegane Kinderernährung (noch) nicht, weil die Studienlage dazu aktuell noch keine konkreten Aussagen/Empfehlungen „erlaubt“. Die wissenschaftliche Datenlage zur veganen Kinderernährung ist derzeit noch sehr dünn.
Es bedarf ein umfangreiches Ernährungswissen, ggf. die Beratung durch eine qualifizierte Beratungsfachkraft – z. B. unsere Absolventen der Fachfortbildung „Vegane Ernährung für Mutter und Kind“ 😉 –, regelmäßige ärztliche Kontrolle und eine gute Planung, um Kinder mit einer rein pflanzlichen Ernährung optimal zu versorgen. Auf genau diese Punkte weist die DGE hin.

Kinder bekommen alle Nährstoffe, die sie brauchen, wenn die Ernährung gut geplant wird und Eltern u.a. über kritische Nährstoffe informiert sind. Gleichzeitig darf eine leckere Zubereitung nicht fehlen, schließlich soll es nicht nur um die theoretische Nährstoffversorgung gehen, sondern auch (den Kindern) schmecken.

Mit diesem Trick essen Kinder mehr Gemüse: Ein Klassiker ist das Pürieren in Form von Soßen oder Smoothies – das geht schnell und ist für viele Kinder ansprechender als mühevoll dekorierte Rohkostgesichter.

Familien, die ihre Ernährung nun auf den Kopf stellen wollen, finden die besten Infos

bei ecodemy natürlich! Seit Mitte 2019 gibt es die Fachfortbildung „Vegane Ernährung für Mutter und Kind“ bei uns. Darin vermitteln wir jede Menge wissenschaftlich fundierte Informationen rund um die Themen Kinderwunsch, Schwangerschaft, Stillzeit, der Säugling im ersten Lebensjahr, Kindheit, Jugend und ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation und dem Umgang mit sozialen Konflikten. Denn diesen sind vegane Familien auf unterschiedlicher Weise ausgesetzt, sei es in der Schule, beim Kinderarzt oder (vor allem) in der eigenen Familie.

Dankeschön, Isabel, für das nette Interview und deine guten Statements. Danke auch an Dominik, dass ihr euch die Zeit genommen habt.

Hier findest du ecodemy, deine Fachfernschule für Ernährung  und Gesundheit online:

www.ecodemy.de
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ecodemy auf Instagram
ecodemy auf Youtube

Der ecodemy Podcast: Der Podcast rund um eine nachhaltige und zeitgemäße Ernährung auf wissenschaftlicher Basis.

Das Online-Magazin von ecodemy: Wissenswerte Informationen rund um Ernährung und Gesundheit.

Infos zur VeChi-Studie:

Die aktuelle Studie zur Ernährung von vegetarisch, vegan oder mit Mischkost ernährten Kindern in Deutschland nennt sich VeChi-Studie: Vegetarian and Vegan Children Study.

Die Pressemitteilung vom 19.04.2018 zu den ersten Ergebnissen findet ihr HIER. (pdf)

Und ein ausführliches Interview mit Prof. Dr. Markus Keller HIER.

Dein nächster Schritt

Ganz besonders möchte ich dir diesen Artikel aus dem ecodemy Magazin empfehlen:
Überblick – Vegan: Nährstoffe, die kritisch sein können

Alle Interviews dieser Serie

  1. Kompliziert, ungesund, teuer: Was kann die vegane Ernährung wirklich?
  2. Interview mit Niko Rittenau, studierter Ernährungsberater, Koch und Autor
  3. Interview mit Björn Moschinski, veganer Spitzenkoch und Kochbuchautor
  4. Interview mit Anna Maynert, dreifache Mama einer Patchfoodfamilie, Ökotrophologin
  5. Interview mit Ariane von ProVeg: Eine international führende Ernährungsorganisation
  6. Interview mit Isabel von ecodemy: Deine Fachfernschule für Ernährung und Gesundheit
  7. Interview mit Gordon und Aljoscha, den Broscholie-Experten von Vegan ist ungesund

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